Der klassische Fehler einer ersten Frankreichreise besteht darin, Paris, die Provence und die Bretagne in sieben Tagen zu verbinden. Das Ergebnis sind vier verschiedene Hotels und zwanzig Stunden Fahrt. Diese drei Routen passen tatsächlich in eine Woche.
Route 1: Paris, Loire und Normandie
Zwei Nächte in Paris, dann hinunter an die Loire für zwei Nächte in Amboise oder Blois mit Chambord und Chenonceau. Anschließend nach Norden in die Normandie: zwei Nächte in Bayeux für die Landungsstrände und den Wandteppich, danach der Mont-Saint-Michel vor der Rückfahrt. Rund 750 Kilometer, keine Etappe über drei Stunden.
Route 2: Provence und Côte d Azur
Ankunft in Marseille oder Nizza. Drei Nächte im Luberon für Dörfer und Märkte, eine Nacht in Arles oder Saint-Rémy für die Alpilles und die römischen Zeugnisse, dann drei Nächte an der Küste zwischen Antibes und Menton. Nur etwa 400 Kilometer, wodurch echte Zeit vor Ort bleibt. Die erholsamste der drei Routen.
Route 3: Elsass, Burgund und Lyon
Zwei Nächte in Colmar für die Weinstraße und die Fachwerkdörfer, eine Nacht in Beaune im Herzen der burgundischen Climats, zwei Nächte in Lyon für die Bouchons und die Altstadt, mit einem möglichen Abstecher nach Annecy. Rund 550 Kilometer, kurze Fahrten und viele Verkostungen.
Bahn oder Auto
Der TGV verbindet Paris mit Lyon in zwei Stunden, mit Marseille in drei, mit Straßburg in einer Stunde fünfzig. Für eine Route zwischen Großstädten ist die Bahn schneller und erholsamer als das Auto. Sobald Dörfer, Schlösser oder Weinberge dazukommen, wird ein Auto notwendig. Die Maut liegt bei etwa 9 Euro je 100 Kilometer, der Kraftstoff bei ungefähr demselben Betrag.
Realistisches Budget
Für zwei Personen liegt eine Woche ohne internationale Anreise zwischen 1200 und 1900 Euro: Unterkunft 90 bis 160 Euro pro Nacht, Verpflegung 60 bis 90 Euro pro Tag, Mietwagen 300 bis 450 Euro pro Woche, dazu Eintritte und Maut. Wer im Mai oder September reist, senkt die Summe um etwa zwanzig Prozent.
Regeln für alle drei
Die erste und letzte Nacht in Flughafennähe buchen, nicht zwei Stunden entfernt. Möglichst immer am selben Wochentag weiterziehen, da Sonntagsetappen auf geschlossene Geschäfte treffen. Einen Tag ohne Programm lassen; er fängt Verzögerungen und Entdeckungen auf. Und nicht öfter als dreimal pro Woche die Unterkunft wechseln, denn jeder Wechsel kostet mit Packen und Einchecken einen halben Tag.
Eine gute Route misst sich an den Abenden an einem Ort, nicht an durchquerten Regionen.