Frankreich ist ein einfaches Reiseland, doch einige lokale Gewohnheiten überraschen Besucher und kosten Zeit oder Geld, wenn man sie nicht kennt.
Bahn und große Distanzen
Das TGV-Netz verbindet die großen Städte so schnell, dass Inlandsflüge überflüssig werden: Paris–Lyon in zwei Stunden, Marseille in drei, Bordeaux in zwei Stunden fünf. Fahrkarten sind Wochen im Voraus erheblich günstiger, mit Preisunterschieden bis zum Vierfachen. Regionalzüge sind langsamer, haben einen Festpreis und brauchen keine Reservierung.
Auto, Maut und Kraftstoff
Autobahnen sind mautpflichtig, etwa 9 Euro je 100 Kilometer. Das kostenlose Nationalstraßennetz ist langsamer, aber oft angenehmer. Es gelten 130 Stundenkilometer auf Autobahnen und 80 auf den meisten Nebenstraßen; Blitzer sind zahlreich und angekündigt. Parken in Innenstädten ist fast überall gebührenpflichtig, meist von neun bis neunzehn Uhr, montags bis samstags.
Öffnungszeiten
Viele Restaurants servieren nur von zwölf bis vierzehn und von neunzehn Uhr dreißig bis zweiundzwanzig Uhr. Außerhalb dieser Fenster findet man durchgehend geöffnete Brasserien in großen Städten, sonst selten. Dorfläden schließen oft zwischen zwölf und fünfzehn Uhr sowie am Sonntagnachmittag. Nationalmuseen schließen meist dienstags, die städtischen Museen von Paris montags.
Geld und Trinkgeld
Karten werden fast überall akzeptiert, auch für kleine Beträge, kontaktloses Zahlen ist Standard. Der Service ist in den ausgewiesenen Preisen enthalten, Trinkgeld also nicht erforderlich. Ein bis zwei Euro nach einem guten Essen oder das Aufrunden werden geschätzt, aber nicht erwartet.
Gesundheit und Sicherheit
Apotheken, an einem grünen Kreuz erkennbar, beraten in einfachen Fällen und hängen den Notdienstplan an der Tür aus. Die europäische Notrufnummer ist 112. Übliche Vorsicht genügt: in der Pariser Métro und an stark besuchten Orten auf Taschendiebe achten und nie etwas sichtbar im Auto lassen.
Feiertage und Streiks
Frankreich kennt elf gesetzliche Feiertage, mehrere davon im Mai. Fällt einer auf Dienstag oder Donnerstag, schließen viele Betriebe auch den Zwischentag, was Besucher überrascht. Arbeitskämpfe im Bahn- oder Luftverkehr werden meist mehrere Tage vorher angekündigt und legen das Netz selten vollständig lahm; ein Blick auf die Seite des Betreibers am Vorabend einer langen Fahrt ist dennoch sinnvoll.
Sprache
Englisch wird in Hotels und Touristengebieten verbreitet gesprochen, in Dörfern und kleinen Geschäften deutlich weniger. Wenige Höflichkeitsformeln verändern den Empfang vollständig: Bonjour beim Betreten eines Geschäfts ist keine Option, sondern soziale Konvention, und sein Fehlen gilt als Unhöflichkeit.
Frankreich bereist sich unkompliziert, sobald man seinen Zeitplan und seine Umgangsformen respektiert.