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Elsass: Weinstraße, Fachwerkdörfer und Weihnachtsmärkte

Redaktion · 10.08.2026

Das Elsass wechselte in fünfundsiebzig Jahren viermal die Staatszugehörigkeit, und das zeigt sich in Architektur, Mundart und Küche. Es ist die germanischste Region Frankreichs und zugleich eine der von Franzosen selbst meistbesuchten.

Die Weinstraße

Sie verbindet auf hundertsiebzig Kilometern Marlenheim mit Thann und führt durch etwa hundert Winzerdörfer. Die schönsten liegen zwischen Ribeauvillé und Eguisheim: Riquewihr, Hunawihr, Kaysersberg und Turckheim passen in vierzig Kilometer. Die Weingüter bieten Verkostungen kostenlos oder für wenige Euro an, ohne Kaufzwang.

Colmar und Straßburg

Colmar bleibt die praktischste Basis für die Weinstraße, mit dem Viertel Petite Venise und dem Unterlinden-Museum, das den Isenheimer Altar beherbergt. Straßburg spielt in einer anderen Liga: gotisches Münster aus rosa Sandstein, das Viertel Petite France und die europäischen Institutionen. Zwei Tage für Straßburg und zwei für Colmar und Umgebung einplanen.

Die wichtigen Weine

Das Elsass erzeugt überwiegend Weißwein, und zwar fast immer trocken, entgegen einem hartnäckigen Missverständnis. Riesling ist der mineralischste, Grauburgunder der fülligste, Gewürztraminer der aromatischste mit Litschi- und Rosennoten. Crémant d Alsace bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter den französischen Schaumweinen. Es gibt einundfünfzig Grands Crus, stets auf dem Etikett genannt.

Bei Tisch

Choucroute garnie ist ein kräftiges Wintergericht, für ein Mittagessen meist zu viel. Flammkuchen, dünn und knusprig, ist zum Teilen gedacht. Baeckeoffe, ein Schmortopf aus drei Fleischsorten, wird in guten Häusern am Vortag bestellt. Winstubs, die traditionellen Wirtsstuben, servieren all das in holzvertäfelten Räumen mit Wein im Krug.

Hohkönigsburg und Vogesen

Über der Ebene beherrscht die Hohkönigsburg aus siebenhundertfünfzig Metern Höhe die Weinstraße. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wiederaufgebaut, ist sie unter Fachleuten umstritten, bietet aber ein Panorama von den Vogesen bis zum Schwarzwald und bei klarer Sicht bis zu den Alpen. Weiter westlich quert die Route des Crêtes die Vogesenkämme über siebzig Kilometer Kurven, mit Ferme-Auberges, die ein vollständiges Bauernmenü für etwa zwanzig Euro servieren.

Dezember

Von Ende November bis zum 24. Dezember richten Straßburg, Colmar, Kaysersberg und Riquewihr die ältesten Weihnachtsmärkte Frankreichs aus, den Straßburger seit 1570. An Wochenenden ist der Andrang erheblich und die Hotelpreise verdoppeln sich. Wer unter der Woche kommt und zwanzig Kilometer außerhalb wohnt, erlebt etwas völlig anderes.

Das Elsass erschließt man langsam, Dorf für Dorf. Hundert Kilometer füllen fünf Tage.

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