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Französische Alpen im Sommer: Wandern, Seen und offene Täler

Redaktion · 10.08.2026

Die französischen Alpen werden mit Skisport verbunden, doch ihre beste Zeit ist der Sommer. Von Mitte Juni bis Mitte September laufen die Bahnen, die Hütten sind geöffnet, die Wege frei und die Unterkünfte kosten etwa die Hälfte des Februarpreises.

Chamonix: die konzentrierte Fassung

Chamonix bietet den größten sichtbaren Höhenunterschied Westeuropas: der Mont Blanc erreicht 4808 Meter, wenige Kilometer vom Ortszentrum entfernt. Die Seilbahn zur Aiguille du Midi bringt Besucher in zwanzig Minuten auf 3842 Meter, was ein ruhiges Tempo und warme Kleidung selbst im August erfordert. Für Wanderer bieten der Lac Blanc und der Grand Balcon Sud die vollständigsten Blicke auf das Massiv, bei vier bis fünf Stunden Gehzeit und moderatem Anstieg.

Annecy: Berge und Wasser

Annecy verbindet einen ungewöhnlich klaren See, eine von Kanälen durchzogene Altstadt und Gipfel, die sich an einem Tag erreichen lassen. Der Radweg um den See ist vierzig fast ebene Kilometer lang. Die Wanderung auf die Tournette verlangt Kondition, überblickt aber den gesamten See. Die städtischen Strände sind kostenlos, das Wasser erreicht im August zweiundzwanzig Grad.

Die Nationalparks

Vanoise und Écrins bieten ruhigeres Hochgebirge und ein dichtes Hüttennetz. Eine Durchquerung von drei bis fünf Tagen von Hütte zu Hütte kostet mit Halbpension etwa 55 Euro pro Nacht, ganz ohne Zeltausrüstung. Murmeltiere und Steinböcke sind ohne besondere Mühe zu sehen.

Niveau und Sicherheit

Die französischen Bergwege sind gut markiert, doch das Wetter schlägt schnell um. Sommergewitter bilden sich meist am frühen Nachmittag: früh aufbrechen und gegen fünfzehn Uhr wieder unten sein ist die Grundregel. Tausend Höhenmeter bedeuten für durchschnittliche Wanderer etwa drei Stunden Aufstieg. Knöchelhohe Schuhe helfen, Stöcke entlasten beim Abstieg spürbar.

Jenseits von Chamonix und Annecy

Die Südalpen sind trockener, sonniger und deutlich ruhiger. Der Queyras nahe der italienischen Grenze umfasst einige der höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Dörfer Europas. Der Vercors westlich von Grenoble ist ein von Schluchten zerschnittenes Kalkplateau mit im neunzehnten Jahrhundert von Hand geschlagenen Felsstraßen. Beide bieten dieselbe Landschaft wie die berühmten Täler zu spürbar niedrigeren Preisen.

Die Alpen im Sommer kosten weniger und geben mehr Raum. Das beste Verhältnis in ganz Frankreich.

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